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Motorradtour in den Schwarzwald

 

 5 tägige Motorradtour in den Schwarzwald mit Ausflügen zum Bodensee und in den Elsass vom 16.09. - 20.09.2002:

 Teilnehmer:

Volker - Triumph Daytona

H-man - Suzuki Intruder

TOK - Honda STX 1300

 

Reiseführer und Kartenmaterial:
HB Bildatlas Nr. 139 - Südschwarzwald
HB Bildatlas Nr. 113 - Elsass

 

  1. Tag: Bielefeld - Titsee / Neustadt  (654 Kilometer):

 

Die Anfahrt erfolgte naturgemäß über die Autobahn, waren doch einige Kilometer zurückzulegen. Somit ging es über die A 33 - A 44 - A 7 bis Hattenbacher Dreieck, danach über die A 5 - A 67 - A 6 und wieder A 5 bis Offenbach. Hier wollten wir eigentlich von der Bahn, aber unser H-man verpasste die Abfahrt. Also eine Abfahrt weiter bis Lahr und von dort aus ging es über die B 415 nach Biberach, weiter auf die B 33 ber Haslach, Hansach, Hornburg nach Triberg. Hier auf die B 500 über Schönwald, Furtwangen nach Hinterzarten und von dort über die B 31 nach Titisee / Neustadt. Die Strecke über Land war recht angenehm zu fahren und ist durchaus zu empfehlen.

Das Hotel liegt am Ortsrand in einer ruhigen Seitenstraße, hat aber leider keine Garagenplätze für die Motorräder.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, ging es natürlich zu einer ersten Ortsbesichtigung in die Stadt. Titisee / Neustadt ist ein typischer Kurort mit all seinen Erscheinungsformen. Das Preis-Leistungsverhältnis passt nicht! Die Restaurantwahl bei einem Italiener war auch nicht das Gelbe vom Ei, gab es doch noch nicht einmal einen gescheiten Rotwein, so dass wir zu Pasta Weizenbier trinken mussten. Hier müssen wir uns noch einiges einfallen lassen.

 

  1. Tag: Ausflug zum Bodensee (292 Kilometer):

Nach einer recht schlechten Nacht gab es erst einmal ein reichhaltiges Frühstück, bevor wir uns gegen 10:00 Uhr in Richtung Bodensee aufmachten. Unsere Moppeds waren mit einer dicken Raureifschicht überzogen und es war trotz herauskommender Sonne mit 8° C noch ganz schön schattig.

Unsere Fahrt ging zunächst über die B 315 von Titisee nach Bonndorf und von dort aus über kleine romantische Landstraßen nach Blumberg . Noch kleinere Straßen wiesen den Weg über Leipferdingen, Anselfingen nach Engen.

Von dort aus ging es über die B 491 nach Stockach und weiter über Überlingen nach Meersburg. Nach einer kleinen Stärkung und der Besichtigung der wirklich sehenswerten Altstadt ging es mit der Fähre über den Bodensee nach Konstanz.

 Weiter über die Grenze in die Schweiz und parallel zum Bodensee über die B 13 in Richtung Schaffhausen. Bevor wir uns dort den legendären Rheinfall angesehen haben, der eigentlich in Neuhausen liegt, ging es zuvor in das malerische Städtchen "Stein am Rhein". Dieses beeindruckt durch fresken- und wandmalereiverzierte Fassaden rund um den Rathausplatz.

Zurück in Deutschland führte uns der Weg zunächst nach Waltshut und von dort aus über die B 500 wieder zurück nach Titisee / Neustadt.

 

 

  1. Tag: kleine Elsassrunde (312 Kilometer):

Da für den nächsten Tag Regen angesagt ist, haben wir die Elsassrunde vorgezogen und auf dem Weg dorthin zunächst einen Abstecher zu dem bekannten Aussichtspunkt "Schauinsland" gemacht. Die Strecke ab Todtnau war sehr ansprechend, gleiches gilt für die Straße nach Freiburg von "Schauinsland" herab. Leider war es, wie so oft in der Gegend, recht diesig, so dass man nicht viel sehen konnte. Aber selbst an einem Mittwochmorgen war hier schon reichlich Touristen, so dass man sich vorstellen kann, wie es hier am Wochenende aussieht. Für Motorradfahrer ist diese Strecke auch am Wochenende und an Feiertagen gesperrt - man ahne warum!

Von Freiburg aus ging es zunächst über die B 31 in Richtung Breisach. Danach folgten wir ein kurzes Stück zwischen Wasenweiler und Ihringen der badischen Weinstraße. Durch wirklich kleine Straßen führte der Weg durch die badischen Weinberge. Ab Breisach ging es weiter dann nördlich am Kaiserstuhl vorbei in Richtung Sasbach, bis wir dann bei Mardolsheim die französische Grenze passierten. Hier fuhren wir weiter bis nach Selestat und zur Haut Koenigsbourg. Hier gab es dann den ersten Vorgeschmack auf das Kurvenfahren in den Vogesen. Ganze 8 Kilometer lang jegte eine Kehre die nächste, bis wir endlich oben waren. Auch hier konnte man wegen des Dunstes leider nicht viel sehen.

Als nächstes stand Riquewihr auf dem Programm. Also wieder herunter nach St. Hypolythe und Ribeauvillé bis wir zu diesem alten Ort kamen. Auch hier Tourismus pur - die Preise waren noch versauter, als vor 8 Jahren, als ich das letzte Mal hier war. Eigentlich wollten wir hier eine Kleinigkeit essen, aber bei 5,00 € für ein kleines Stück Zwiebelkuchen wollte der Magen auch nichts mehr. Weil aber doch was rein muss, beschränkten wir uns auf ein kleines trockenes Baguette und zwei Brezel.

Danach war wieder Kurvenfahren angesagt. Bis wir jedoch die Hochvogesen erreichten, war noch ein Stück "Bundesstraße" zu bewältigen. Ab Sigolsheim ging es über die D 415 über Kayserberg, Lapoutroie zum Col du Bonhomme. Hier links abbiegen und dann beginnt der Kurvenspaß! Allerdings musste H-man bei einer kurzen Kippenpause für Volker erst einmal seine "Trude" in den Schotter legen - nichts passiert, noch nicht einmal eine Schramme, also Glück gehabt und weiter zum Col de la Schlucht, der auch einer selbigen liegt. Auf dieser kleinen kurvenreichen Strecke waren auch nur wenige Fahrzeuge, somit konnte man das Mopped ein wenig fliegen lassen. Allerdings führte dann der nächste Weg nach Colmar wieder über eine Bundesstraße, der D 417, wo Schilder auf 72 Verkehrstote allein im Jahr 2001 doch auf deren Gefährlichkeit hinwiesen. Wenn man hier natürlich so heizt, wie uns das mache Franzosen vormachten und dabei wie ein Bekloppter überholt, kann der Weg auch schnell in die Blechkiste führen. 

In Colmar war erst einmal ein gescheites Abendessen fällig. Eine Sauerkrautplatte gehört unbedingt zu den kulinarischen Genüssen, die man sich im Elsass gönnen sollte. Allerdings scheinen die Franzosen leichte Probleme mit britischen Motorrädern zu haben, fand sich bei der Rückkehr zum Abstellort doch auf der Sitzbank von Volkers Triumph eine große "grüne" Hinterlassenschaft. Das es mittlerweile dunkel war, haben wir von Colmar leider nicht mehr allzu viel gesehen und wir mussten uns sputen, nach Titisee zurück zu kommen. Allerdings ist bei Dunkelheit erhöhte Vorsicht auf der B 31 geboten. Im sogenannten "Höllental" an der Ravennaschlucht gibt es einige eklige Kurven, die gerade bei Dunkelheit nicht sonderlich gut zu erkennen sind.

 

  1. Tag: kleine Schwarzwaldrunde (105 Kilometer):

Der Blick aus dem Fenster versprach nichts Gutes. Hatte der Wetterbericht schon schlechtes Wetter angesagt, wurde diese Schreckensmeldung tatsächlich Realität. Also war beim Frühstück die Frage: Fahren wir oder nicht? Wir entschlossen uns zu einer kleinen Vormittagsrunde in Richtung Waldkirch. Zunächst die B 500 Richtung Furtwangen, um dann nach St. Peter links abzubiegen. Die ersten sechs Kilometer entpuppten sich als wahrer Albtraum, hatten Bauarbeiter doch auf dieser Strecke komplett die Fahrbahn aufgefräst. Somit war bei Regen höchstens eine Geschwindigkeit von 30 km/h möglich. In St. Peter geht es dann ab ins berühmt berüchtigte Glottertal. Da uns die Schwarzwaldklinik eh' nicht gefallen hat, bogen wir nach rechts ab und fuhren durch den Kandelwald nach Waldkirch. Inzwischen hatte es richtig heftig angefangen zu regnen und wir konnten die recht schöne Strecke nicht richtig geniessen. In Waldkirch ging es rechts durch den Ortsteil Kollnau nach Gutach und dann weiter wieder in Richtung Furtwangen durch den Simonswald. Zum Schluss ging es dann weiter über die B 500 zurück nach Titisee.

 

Freiburg

Für den Nachmittag war Sightseeing in Freiburg angesagt. Allerdings fuhren H-man und ich allein und zwar mit der Bahn. Das Sauerkraut von gestern hatte bei Volker durchschlagende Wirkung. Bei dem schlechten Wetter beschränkten wir uns in Freiburg auf eine Besichtigung der Innenstadt. Hier stellten wir dann fest, dass man in trunkenem Zustand besser nicht durch Freiburg läuft, da die Gefahr sehr groß ist, in die von der Dreisam gespeisten "Bächle" zu fallen. Ansonsten ist Freiburg eine nette kleine Stadt, in der die Sehenswürdigkeiten nah bei einander liegen und die für den Besucher ein nettes Flair versprüht.

 

5 Tag: Titisee - Sugenheim (Abreise) (349 Kilometer):

Der Abreisetag führte uns nicht nach Hause, sondern ins Frankenland, wo wir uns mit einigen Kollegen trafen. Da das Wetter wieder recht durchwachsen war, nahmen wir die kürzeste Verbindung. Also zunächst über die B 31 bis Donaueschingen, dann über die A 81 bis Heilbronn, weiter über die A 6 bis zum AK Feuchtwangen. Von dort aus ging es über die A 7 bis zur Anschlussstelle Uffenheim, danach noch 20 Kilometer Landstraße bis Sugenheim.

 

Fazit:

Die Gegend ist auf alle Fälle eine Reise wert. Nur sollte man sich etwas mehr Zeit lassen, drei Tage vor Ort reichen keinesfalls aus, um alles zu sehen. Spielt das Wetter auch noch mit, sind dem Fahrspaß keine Grenzen gesetzt.

Gesamtkilometerzahl: 1712 km