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Motorradtour zum Gardasee
vom 20.-28.09.2003

Reisebericht einer 8 - tägigen Motorradtour zum Gardasee von vier Motorradtouristen auf vier unterschiedlichen Motorrädern. Die Hinfahrt erfolgte in zwei Etappen mit Rast in Rosenheim.


Teilnehmer:
- Volker - Triumph Daytona
- H-man - Suzuki Intruder 1400
- Stoner - BMW K 1200 RT
- TOK - Pan European STX 1300


Der Bericht soll einerseits ein wenig zum Schmunzeln anregen, andererseits lassen sich die beschriebenen Strecken wunderbar nachfahren.
Als Kartenmaterial haben sich der HB-Bildatlas Gardasee (Nr. 126 o. 236), die Kompasskarten 101 (Rovereto - Monte Pasubio) und 102 (Lago di Garda - Monte Baldo) beide im Maßstab 1:50000 und die Motorrad Reisekarte von Motorrad Freizeit im Maßstab 1:200000 gute Dienste geleistet.
Viel Spaß beim Nachfahren!

 

  1. Tag: Bielefeld - Rosenheim (681 Kilometer):

Um 08:30 Uhr wollten Volker, H-Man und ich uns an der Autobahnauffahrt Bielefeld - Sennestadt treffen, um dann gemeinsam nach Paderborn - Mönkeloh zu fahren, wo uns Stoner am dortigen Autohof erwartete. Hier wollten wir alle ein erstes gemeinsames Frühstück einnehmen.
Auf der Fahrt dorthin hatte H-Man erst einmal beschlossen, dass er sein mit Klebeband am Helm befestigtes Visier doch nicht braucht und es während der Fahrt erst einmal ‚weggeschmissen'. Verluste gibt es halt überall.
Nach dem Frühstück sollte es um 10:00 Uhr losgehen.
Wie es dann so kommt - ausgerechnet Stoners BMW wollte nicht anspringen. Die Wegfahrsperre war blockiert. Es half nichts, er musste nochmals nach Hause, um neue Batterien, bzw. einen "Ersatzknochen" für die Wegfahrsperre zu holen. Also rauf auf meine "Pan" und zurück.
In der Zwischenzeit gönnten wir anderen uns erst einmal einen Sonnenpause. Nach einer knappen Dreiviertelstunde ist Stoner zurück, die BMW springt an, und es kann endlich losgehen.
Komischerweise trat dieser Defekt nur ein einziges Mal auf, warum auch immer.
Tage später nach der Tour stellte sich heraus, dass der "Defekt" an den Richtfunkmasten lag, die in der Nähe standen.
Fazit: Stellt eure Böcke mit Wegfahrsperren nicht zu nah an Richtfunkmasten!
Auf der Fahrt nach Rosenheim ist Kilometerfressen angesagt, allerdings ohne Stress. Nach einem ausgiebigen Mittagessen im Autohof bei Knetzgau, erleben wir an der Raststätte Greding das nächste Highlight. Während wir gerade unsere Moppeds abgestellt haben, kommt ein Buli auf den Parkplatz gefahren, der plötzlich die gesamte Kühlflüssigkeit verliert und mitten auf der Fahrspur stehen bleibt. Nachdem Volker und ich das Auto auf einen Parkplatz geschoben hatten, fängt die Karre an zu brennen. Erst einmal die Moppeds retten, die unmittelbar daneben stehen.
So hatten wir uns im Laufe des Tages einige Verspätungen eingehandelt und kamen gegen 19:15 Uhr in Rosenheim an.
Schnell waren die Zimmer bezogen, die völlig neu renoviert waren und sich in einem tadellosem Zustand befanden.
In einer naheliegenden Pizzeria stimmten wir uns auf die bevorstehenden Tage ein.

 

  1. Tag: Rosenheim - Nago (347 Kilometer):

Nach einer ruhigen Nacht ging es um 09:15 Uhr aus Rosenheim los. Da es in der BGS-Kaserne leider kein Frühstück gab, führte der erste Weg zur Autobahnraststätte "Inntal".
Den doch recht ansprechenden Blick auf den hauseigenen See und den dahinter liegenden Wendelstein ließen sich die Wirtsleute teuer bezahlen. Zwei Brötchen mit Kaffee und Aufschnitt kosteten in etwa um die 9 Euro, es musste alles einzeln bezahlt werden.
Nach dieser "üppigen" Stärkung ging es dann gegen 11:00 Uhr in Richtung Gardasee. Zunächst fuhren wir parallel zur Inntalautobahn auf der B 171 bis Innsbruck. Diese Strecke ist ein wenig langatmig, da man durch viele Ortschaften fährt, man vermeidet es jedoch, den österreichischen Raubrittern die Maut in den Rachen zu werfen. Ohne uns in Innsbruck zu verfahren, kamen wir dann zur alten Brennerstraße. Diese ist doch recht ansprechend zu fahren und bietet neben zahlreichen Kurven und Kehren auch einen imposanten Blick auf die Europabrücke. Außerdem spart man 17 Euro Maut für 20 Kilometer Brennerautobahn.


Allerdings hatte ich so den Eindruck, als wären wir ziemlich langsam unterwegs gewesen, wurden wir doch ständig von irgendwelchen "Joghurtbechern" überholt. Wahrscheinlich mussten die Fahrer ihren Mädels hinten auf dem Sitzbrötchen beweisen, dass sie Moppedfahren können. Zahlreiche Kreuze am Wegesrand zeugen von Überholmanövern vor unübersichtlichen Kurven.
In Italien folgen wir dem Verlauf der SS 12, die vom Brenner über Brixen, Bozen, Trento weiter südlich führt und schließlich bei Lucca in der Toscana endet.
Wie immer in Italien, stellt sich auch diesmal wieder heraus, je weiter man südlich kommt, desto beschissener fahren die Italiener. Gut, dass wir für andere mitdenken, sonst läuft man Gefahr, nicht dort anzukommen, wo man hin will.
Ab Trento haben wir dann die ersten Bergpanoramen in Gardaseenähe genossen, da wir hier die SS 12, die doch recht gerade verläuft, verlassen haben und Richtung Toblinosee in die Berge gefahren sind.
Gegen 18:00 Uhr kommen wir dann in unserem Hotel an. Hier hätte es direkt vor der Tür noch fast einen "Klatsch" gegeben. Vier Motorräder stehen als Linksabbieger vor der Einfahrt. Kaum ist der Gegenverkehr weg, überholt uns der hinter uns wartende Blödmann noch. Hätten wir uns nicht noch vorher umgesehen, wäre es das wohl gewesen.
Nach der erforderlichen Dusche ist der Inhaber so freundlich und fährt uns mit dem Buli nach Torbole, wo erst einmal anständig auf die glückliche Ankunft angestoßen wird.

 

 

  1. Tag: Ruhetag mit Kurztour (61 Kilometer):

Beim Wachwerden macht sich ein leichter Brummschädel bemerkbar. Irgendwie muss der letzte Grappa wohl schlecht gewesen sein. Gut, dass für den heutigen Tag keine großartigen Touren eingeplant waren. Nach zwei Tagen auf dem "Bock" darf der Hintern auch ruhig mal geschont werden.
Das Hotel selbst ist recht nett, gleiches gilt für die Inhaber, ein noch recht junges Pärchen. Der Wirt selbst spricht außer italienisch nur ein paar Brocken "Broken English", sie einige wenige Sätze deutsch. Aber mit ein wenig Mühe, geht alles. Allerdings war die Nacht doch etwas unruhig. Stoner und Volker, die ihre Einzelzimmer im Erdgeschoß haben, berichteten von komischen Geräuschen aus den Lüftungsschlitzen. Scheinbar hatte dort eine tierische Familie Asyl gefunden. Darüber hinaus erfreuten sich die Zimmer offensichtlicher Beliebtheit zahlreicher Mücken, die mich als Opfer auserkoren hatten. Während H-Man davon verschont blieb, war ich derjenige, der darunter zu leiden hatte.


Einziger, aber doch gravierender Nachteil des Hotels ist die Lage. Das Hotel befindet sich direkt an der Verbindungsstraße zwischen Nago und Arco am Berghang gelegen, etwa 1 Kilometer von Nago und ca. 3 Kilometer von Torbole entfernt. Diese Straße ist für Fußgänger selbst bei Tageslicht nicht benutzbar, da sie einerseits sehr schmal und kurvenreich ist, andererseits jegliche Gehwege fehlen und der gesamte Schwerlastverkehr diese Straße benutzt. Somit ist man definitiv auf ein Fortbewegungsmittel angewiesen.
Nach dem Frühstück ging es dann nach Riva. Da alle anderen noch nicht am Gardasee waren, musste kurzfristig noch ein kleines Pflichtprogramm eingelegt werden, wozu Riva zweifelsfrei gehört.
Nach einem Stadtbummel mit dem obligatorischen Kaffee - oder anderen Getränken - zwischendurch, hatten wir nachmittags doch noch Lust auf eine kleine Ausfahrt. Also war die Serpentinenstrecke von Loppio herauf nach Ronzo Chienis und nach Arco wieder herunter die ideale Einstimmung für das, was uns in den nächsten Tagen noch erwarten sollte.


Nach der Ankunft im Hotel stellten wir wieder einmal fest, dass Stoner komplett ausgerüstet ist. Nun wussten wir auch, warum er auf seiner BMW, die über zwei Koffer und ein Topcase
verfügt, noch eine Gepäckrolle benötigt.
So ein Mopped will gepflegt sein, also wird es zwischendurch geputzt!
In der Zwischenzeit saßen wir anderen mit einem Weizen auf der Hotelterrasse und schauten Stoner bei der Arbeit zu. Kommt ja auch nicht so häufig vor......

 

  1. Tag: Gardaseerunde (215 Kilometer):

Der Blick aus dem Fenster zeigt uns einen verhangenen Himmel, Wolken und schlechte Sicht, der Wetterbericht sagt einzelne Schauer voraus. Da wir jedoch nicht zum Vergnügen hier sind, lassen wir uns von nicht ganz so gutem Wetter auch nicht abhalten, uns auf das Mopped zu setzen. Schließlich steht die Gardaseerunde auf dem Programm mit einzelnen Besichtigungsstopps.
Auf Limone müssen wir dank mangelnder Parkplätze verzichten, also geht es herauf nach Tremosine. Dies ist eine Hochebene mehrere hundert Meter direkt über dem See, bei gutem Wetter die ideale Aussichtsplattform.
In der Zwischenzeit hat es angefangen leicht zu regnen, so dass die kleinen kurvigen Straßen gefährlich glatt werden. Glücklicherweise sind es aber nur kurze Schauer, so dass wir auf die Regenkombis verzichten können.


In Pieve legen wir einen Zwischenstopp ein, um uns von den architektonischen Fähigkeiten der Italiener zu überzeugen. Hier gibt es ein kleines Restaurant, dass direkt über dem Abhang gebaut ist und wo man vom Fenster aus, etwa 400 Meter tief in den Gardasee schauen kann. Personen mit Höhenangst sollten diese Lokalität meiden.
Über Tignale geht es weiter über rutschige Straßen, bis wir bei Gargnano wieder auf die "Gardesena Occidentale", die westliche Gardaseestraße, stoßen.


Bei Salò genügte dann eine kurze Unaufmerksamkeit, um den Abzweig nach Decenzano zu verpassen, was einen Umweg von ca. 40 Kilometern bedeutet. So sehen wir dann auch Gegenden, in der sich wenige Touristen aufhalten und auf die man auch getrost verzichten kann. Die Umgebung von Brescia ist reinste Industrielandschaft und die Strecke von dort aus zurück zum See ist auch nicht gerade sehenswert.


Als nächster Stopp am See ist Sirmione eingeplant. Hier finden wir auch sogleich kostenfreie Kradparkplätze. Nachdem wir durch das Tor der eindrucksvollen Scalingerburg die Stadt betreten haben, die ausnahmsweise noch nicht so voll erscheint, wie sonst üblich, ist erst einmal eine kleine Stärkung angesagt.
Nach einem Stadtrundgang geht es wieder zurück zu den Krädern. In der Zwischenzeit wird es auch merklich voller - Glück gehabt!
Wir folgen weiter der Uferstraße und fahren über Peschiera, Lazise, Bardolino nach Garda, wo der nächste Kurzstopp eingelegt wird.
Leider muss unsere Fahrt über die Monte Baldo Rückseite ausfallen, da die einzige Zufahrtsstraße vom See aus wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Aber den anderen hat die Rückfahrt entlang des Ufers über Malcesine auch gefallen.
In Arco treffen wir dann auf zwei abgestellte französische Harleys. Nach genauer Begutachtung findet Stoner plötzlich den Zündschlüssel der einen Harley in unmittelbarer Umgebung. Gut, dass wir ehrlich sind und den Schlüssel bei der dortigen Polizei abgeben.
Am Marktplatz treffen wir dann noch auf die Harley-Fahrer. Unsere Hoffnung auf einen gemeinsamen Umtrunk auf deren Kosten erfüllt sich jedoch nicht.

 

  1. Tag: rund um die Brenta - Gruppe (248 Kilometer):

Auch für diesen Tag ist eine entspannte Runde eingeplant, gilt es sich doch einzufahren für die anstrengende Dolomitentour am nächsten Tag. Doch ein paar Kurven und Ausblicke sollten es schon sein. Das Wetter ist auch deutlich besser, als am Vortag, somit steht einem netten Motorradtag nichts im Wege.


Der Weg führte zunächst über Sarche zum Molvenosee, wo H-Man schon ein wenig panisch wurde, musste er doch auf Reserve umschalten und keine Tankstelle war in Sicht. Es fand sich jedoch 5 Kilometer weiter eine Tanke in Andalo.
Die Strecke nach Molveno ist immer eine reizvolle Angelegenheit, allerdings trübten heute die zahlreichen Baustellen den Fahrspass, insbesondere als herunter in das Nontal ging.
Weiter ging es über Clés nach Madonna di Campiglio auf 1650 Höhenmeter. Hier reduzierte sich die Temperatur von 27° im Val di Non auf 10° C. Bergab ging es dann weiter nach Tione, wo wir hinter dem Ort rechts nach Bolbeno und von dort aus über Kleinstraßen nach Fiave fuhren. Abschließend ging es am Tennosee vorbei nach Riva del Garda.


Beim Kaffee in Riva fiel uns doch noch ein, dass wir noch Bock auf eine kleine Runde hatten. Also kurz ein Blick auf die Karte und die Wahl fiel auf eine Runde durch die Marocche am Lago di Cavedine vorbei. Von dort aus ging es direkt in die Weinberge, um dann in der Nähe des Ortes Cavedine wieder auf eine breitere Straße zu kommen. Das Abendessen wurde diesmal in dem kleinen Ort Drena eingenommen.

 

  1. Tag: Große Dolomitenrunde (402 Kilometer):

Für den heutigen Tag war das Highlight der ganzen Woche geplant, es ging in die Dolomiten. Frühzeitig um 09:30 Uhr ging es los, zunächst über die SS 12 über Rovereto, Trento bis nach Auer. Von dort aus ging es in die Berge.
Der Weg führte von Auer aus über Cavaleze, Predazzo bis Moéna durch das Val die Fieme, das bei Fassa ins das Val die Fassa mündet. Die Straße führt dann weiter nach Canazei.
Ab Canazei ging es über zahlreiche Kehren hinauf zum Passo Pordoi, mit 2242 Metern der höchste Pass der Dolomiten. Obwohl hier reichlich Touristen waren, fanden wir doch noch ein relativ leeres Café, um ein Stück Kuchen zu essen.
Nach dieser Stärkung ging es herunter nach Arabba, um dort nach Corvara abzubiegen und in Richtung Grödner Joch zu fahren. Da wir anschließend nach Wolkenstein abbogen, hatten wir die Sella - Gruppe nur zu zwei Dritteln umrundet und den Sellapass ausgespart. Doch auch diese zwei Drittel boten schon ein beeindruckendes Schauspiel.


Ab Wolkenstein beginnt das Schlerngebiet, wo die Orte Wolkenstein, St. Christina, St. Ulrich und Kastelruth die bekanntesten sind. Über Seis und Völs ging es weiter über kleinere gut ausgebaute und kurvenreiche Straßen, ein wahres El Dorado für Kradfahrer.
Weiter ging es über Tiers zum Nigerpass, von wo man einen tollen Blick auf die Violettürme und den Rosengarten hat.
Da die Zeit ein wenig drückte, ging es dann weiter zum Karerpass und danach talwärts über Welschnofen nach Bozen, wo wir schließlich über die Autobahn nach Rovereto fuhren.

 

  1. Tag: Ruhetag

Nach den doch etwas anstrengenden letzten drei Tour-Tagen hatten wir uns vorgenommen, am heutigen Tag zu relaxen.
So kamen wir dann auf die Idee, mit dem Boot über den Gardasee nach Malcesine zu schippern und dort nach einem Stadtrundgang mit der Gondel herauf auf den Monte Baldo zu fahren.
Gesagt, getan. Obwohl unserem Volker bei dem Gedanken an einer Gondelfahrt nicht ganz wohl war, schlechte Erfahrungen in einem Sessellift in Verbindung mit einer gewissen Höhenempfindlichkeit dürften wohl die Ursache gewesen sein, stieg er doch mutig in die Gondel ein. Gruppendynamische Prozesse nennt man das wohl.
Auf dem Berg erwartete uns wunderbarstes Wetter, allerdings war die Sicht recht schlecht, da eine gewaltige Dunstglocke über dem See hing. Nichts desto trotz ließen wir es uns nicht nehmen, uns in einer der dortigen Hütten die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen.
Zurück in Malcesine überlegten wir kurz, ob wir noch eine Runde Krad fahren oder doch lieber relaxen wollten. Die Entscheidung nahm uns der Fahrplan der Gardaseeboote ab, fuhr das nächste Schiff zurück nach Torbole doch erst zwei Sunden später. Also kam Stoner als geborener Freizeitkapitän auf die glorreiche Idee, ein Motorboot zu mieten und eine Stunde auf dem See Vollgas zu geben. Durch vier Personen geteilt, war der Preis von 48 Euro pro Stunde akzeptabel.
Nach einer Stunde Spass machte es uns auch nicht viel aus, dass wir recht durchnässt waren. Unsere Kradbekleidung zeigte sich relativ unbeeindruckt, bei Stoners Jeanshose sah das jedoch anders aus. Es bleibt offen, wie viele Blicke er aufgrund der Feuchtigkeit im Schritt nachgezogen hat.

 

  1. Tag: rund um den Monte Pasubio bis Asiago (189 Kilometer):

Ursprünglich hatte ich geplant, dass uns die letzte Tagestour rund um den Idro- und Iseosee führen sollte. Allerdings hatte ich schon zu Beginn der Woche einen Tipp bekommen, mal in die Gegend um Asiago, also rund um den Monte Pasubio zu fahren.
Gute Tipps soll man nicht ignorieren, und dies war einer!
Zunächst ging es über Rovereto bis zum Castel Beseno. Dort zweigt die Straße nach Folgaria ab. Über die SS 350 ging es weitere nach Carbonare, nicht zu verwechseln mit den ähnlich klingenden Spaghetti, und dann weiter über die SS 349 über den Passo di Vezzena herunter nach Asiago. Weiter ging es über Roana und Rotzo nach Pedescala. Schon hier erfreuten kleine kurvenreiche Straßen das Herz der Kradfahrer. Allerdings sorgten Viehabtriebe für unschöne und mitunter gefährliche Hinterlassenschaften auf der Strecke.


Die nächste kurvenreiche Strecke führte von Pedescala über Terreno, wo Mittagspause angesagt war und dem Passo die Coè wieder zurück nach Folgaria.
Um nicht die gleiche Strecke, wie auf dem Hinweg zurück zu fahren, wählte ich erneut eine nicht bezifferte Landstraße nach Rovereto. Auch diese entpuppte sich als erlebnisreiche Strecke. Von Rovereto ging es zurück zum Hotel, wo noch die Taschen für die Heimfahrt gepackt werden mussten.
Logischerweise durfte ein Abschlußabend in Torbole nach dieser gelungenen Woche nicht fehlen!

 

 

  1. Tag: Rückfahrt Nago - Bielefeld (1016 Kilometer):

Für die Rückfahrt war Wecken um 06:30 Uhr angesagt, damit wir um 07:00 Uhr frühstücken und spätestens um 07:30 Uhr starten konnten.
Aus dem Frühstück wurde dann nichts, da ein Stromausfall alles lahmlegte. Später erfuhren wir dann, dass fast ganz Italien davon betroffen war.
Allerdings wurde es auch nichts mit einem pünktlichen Start, da Volker es am frühen Morgen überhaupt nicht eilig hatte. So wurde es dann fast 08:00 Uhr, bis wir endlich wegkamen - und das ohne Frühstück.
Unser Wirt war recht verzweifelt, dass wir hungrig losfuhren und dachte dabei wohl auch an seine anderen Gäste, die maximal ein Sparfrühstück bekamen. Zum Abschluss überließ er uns noch die Flasche Ramazzotti, die wir die gesamte Woche trinken wollten, er aber nicht vorrätig hatte. Diese kam erst samstags - zu spät.


Bei 9° C Wärme ging es dann zunächst über die Autobahn bis Sterzing, wo wir ein spätes Frühstück einnahmen. Die Pause war auch erforderlich, fing H-Man doch ein wenig an zu frieren. Er hatte schließlich die ungünstigste Sitzposition von allen.
Nach dem Frühstück warteten wir wieder auf Volker. Was war passiert? Wollte er nach dem Losfahren einem Metallteil auf der Fahrbahn ausweichen und musste dann auch noch abbremsen, weil sich seitlich schnell ein Fahrzeug näherte. Dummerweise ging das nicht gut und er hatte, von uns unbemerkt, sein Mopped in den Dreck geschmissen. Ärgerlicherweise mussten Blinker und Vollverkleidung dran glauben. Hatten wir die ganze Woche ohne Defekt oder ähnliches überstanden, damit auf der Rückfahrt so ein Mist passiert.


In Österreich hatte H-Man es plötzlich eilig und fuhr voran, ohne sich groß an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten. Erstens bringt das nicht viel, zweitens werden in Österreich - gerade an Wochenenden - Geschwindigkeitskontrollen großgeschrieben und die Bußgelder sind deutlich höher, als bei uns. Außerdem musste Volker tanken, somit brachte das Ganze überhaupt nichts.
Gegen 13:45 Uhr kamen wir in Kufstein an. Da der Hunger sich wieder einmal bemerkbar machte, musste ein Mittagessen her. Dieses wurde in Kiefersfelden eingenommen. Eigentlich wäre aufgrund der fortgeschrittenen Stunde ein kleiner Snack sinnvoller gewesen, hatten wir schließlich noch 700 Kilometer zu fahren. Ich konnte mich mit dieser Überzeugung jedoch nicht durchsetzen, es hätte mir eigentlich auch egal sein können, hatte nicht ich, sondern H-Man am nächsten Morgen Frühdienst.
Auf deutschen Autobahnen merkte man plötzlich, dass die Zeit knapp wurde. Also wurde die Geschwindigkeit erhöht.
Das hatte zur Folge, dass H-Man kurz vor dem Kreuz Erlangen mit dem Überholen begann, obwohl ich mich als letztes Fahrzeug bereits eingeordnet hatte. Auf Lichthupe, Blinken Hupen wurde nicht mehr reagiert. Da ich den Fahrstreifen nicht mehr wechseln konnte, fuhr ich ab Erlangen allein weiter. Auch eine SMS an Stoner fand keine Reaktion mehr. Ab Bamberg fing es dann auch noch passend an zu regnen, so dass ich bis in die Rhön einen nassen Hintern bekam. Ab Fulda wurden die Straßen wieder trocken, so dass man wieder zügiger weiter fahren konnte.
Gegen 22:00 Uhr stellte ich dann zu Hause meinen Bock in die Garage.
Wie sich später herausstellte, hatten die anderen aufgrund des einsetzenden Regens sich später auch aus den Augen verloren.

 

Fazit:

Die gesamte Woche verlief harmonisch und wir hatten eine Menge Spass. Wir sind in schöne Gegenden gekommen und haben tolle Motorradstrecken kennengelernt.
Der letzte Tag war leider von einigen Pannen, Hindernissen und Missverständnissen begleitet. Es wäre schöner gewesen, wenn alle auch gemeinsam wieder angekommen wären. Aber Pannen passieren und man sollte nicht alles zu ernst nehmen.
Insgesamt war es wie im Jahr zuvor eine gelungene Tour!

Gesamtstrecke: 3.305 Kilometer